L.A.'s Finest

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Jessica Alba im SONY AXN-Interview zu L.A.‘s Finest

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Durch James Camerons Science-Fiction-Fernsehserie „Dark Angel“ wurde Jessica Alba berühmt, ehe sie mit Filmen wie „Sin City“ oder „Fantastic Four“ auch die große Kinoleinwand eroberte. Nun ist sie als toughe Polizistin an der Seite von Gabrielle Union („Bad Boys II“) in der Cop-Thriller-Serie „L.A.’s Finest“ zu sehen. Die 38-jährige Mutter dreier Kinder, die seit 2008 mit dem Unternehmer Cash Warren verheiratet ist, präsentiert sich bei unserem Interview in London verblüffend offenherzig: Sie pflegt eine deftige Ausdrucksweise und nimmt kein Blatt vor den Mund.

 

Wie hätten Sie reagiert, wenn Ihr Mann Sie zu Beginn Ihrer Beziehung eingeladen hätte, mit ihm eine knallharte Actionserie wie L.A.’s Finest anzuschauen?

Dann hätte ich ihn vermutlich vom Fleck weg geheiratet und nicht erst drei Jahre mit der Hochzeit gewartet! Für mich sind Actionfilme die besten Date-Movies. Als ich Bruce Willis in „Stirb langsam“ sah, habe ich keineswegs davon geträumt, seine Geliebte zu sein – ich wollte Bruce Willis sein! Ich dachte: Warum macht man mich nicht endlich zum Star einer Actionserie? Höchste Zeit, dass man Frauen solche Rollen anbietet!

 

Nun ist Ihr Traum wahr geworden. Wie kam es dazu?

Ich war nach der Geburt meines dritten Kindes gerade in der Babypause und noch gar nicht bereit für ein neues Projekt, als mein Agent das Drehbuch zu L.A.’s Finest in die Finger bekam und meinte: „Jessica, du solltest das lesen.“ Ich tat es und dachte sofort: „Verdammt, das ist echt heißer Scheiß! Warum zum Teufel musste ich so lange auf eine solche Gelegenheit warten?“

 

Was hat Sie daran besonders gereizt?

Die beiden vielschichtigen Hauptfiguren: zwei Frauen mit großem Herzen und dunkler Vergangenheit, die alles andere als perfekt sind. Zwei Frauen, die Freundschaft schließen, fluchen, saufen, Witze reißen, auf Regeln pfeifen und bösen Jungs anständig den Hintern versohlen. Es ist einfach ein Riesenspaß, diesen beiden unkonventionellen Polizistinnen zuzusehen, wie sie die verschiedensten Verbrecher vermöbeln und bei Autoverfolgungsjagden besiegen. Letzteres ist übrigens kein Wunder, weil ich eine unfassbar gute Autofahrerin bin – Sie ahnen ja gar nicht, was ich schon… Nein, stimmt nicht, kleiner Scherz!

 

In einem Interview mit der Los Angeles Times haben Sie gesagt, dass Sie und Gabrielle Union Aspekte Ihrer eigenen Persönlichkeiten in Ihre Rollen einbringen wollten. Woran haben Sie dabei gedacht?

An unseren Charme und unsere Coolness natürlich! (Lacht.) Es war uns wichtig, jeden Anflug von Kitsch oder Schmalz aus dem Drehbuch zu verbannen. Wir dürfen in unseren Rollen auch weinen und bleiben trotzdem starke Frauen! Wir können uns aufeinander verlassen, stärken uns gegenseitig den Rücken und brauchen vor allem nie irgendeinen Mann, der uns den Arsch rettet. Das finde ich extrem cool.

 

Haben Sie sich privat auch schon mal geprügelt?

Ja, mit elf habe ich mal einen Jungen fertiggemacht, einen unverschämten Kerl, der mich begrapscht hatte – er hatte es nicht anders verdient. Ich war damals ein richtiger Wildfang, bin herumgestreunt und herumgetobt und auf Bäume geklettert. Zwar besaß ich auch Barbiepuppen, aber mit ihnen habe ich bloß Actionszenen nachgestellt. Ich wollte immer so eine Kämpferin sein wie meine Mutter. Sie war mein großes Vorbild – sie ist wirklich eine saucoole Socke.

Inwiefern?

Sie ist schwer auf Zack, mutig wie eine Löwin, lässt sich nichts gefallen. Als ich acht war, kam sie einmal mit blutigen Lippen und einem blauen Auge heim – sie war auf einem Parkplatz ausgeraubt worden, hatte dem Kerl aber wenigstens noch ordentlich eins auf die Mütze gegeben. Und als neulich eine Tussi meinen Vater anbaggern wollte, hat meine Mutter ihr gleich den Arsch aufgerissen: „Finger weg von meinem Mann!“ Sie hat mich stets ermutigt, über den Tellerrand zu schauen und mir hohe Ziele zu setzen. Sie sagte: „Du kannst alles erreichen, wenn du immer 100 Prozent gibst und nicht halbherzig an die Dinge herangehst!“

Stimmt es, dass Sie schon als Fünfjährige Schauspielerin werden wollten?

Ja, das ist sogar dokumentiert: Ich habe das damals vor laufender Kamera in Disneyland verkündet, und meine Tante besitzt heute noch das VHS-Band. Darauf sieht man, wie ich sage: „Ich bin eine unabhängige Frau und eine Feministin, ich kann tun, was ich will, und ich möchte Schauspielerin werden.“ An den konkreten Tag in Disneyland erinnere ich mich nur noch dunkel, aber dafür umso mehr an meinen ausgeprägten Unabhängigkeitsdrang: Ich wollte schon als Kind mein eigenes Leben führen und mir möglichst von niemandem etwas vorschreiben lassen.

 

Was haben Ihre Eltern dazu gesagt?

Meine Mutter hat mich immer beim Verwirklichen meiner Träume unterstützt. Sie selbst hatte ihre beiden Kinder sehr früh bekommen und musste deshalb ihre eigenen Ambitionen zugunsten der Familie opfern. Darum war es ihr so wichtig, mir eine echte Chance zu geben. Und mein Vater ist auch ein eingefleischter Feminist und hat mich stets in diesem Geist erzogen. Von Kindesbeinen an hat er mir eingeschärft: „Verlass’ dich niemals auf einen Mann! Sei unabhängig! Mach dein eigenes Ding! Bring’ dich nie in die Situation, dass du aus finanziellen Gründen in einer Beziehung feststeckst!“ Und diesen Rat habe ich bis heute befolgt.

 

Haben Sie Ihre drastische Ausdrucksweise auch von Ihren Eltern geerbt?

Nein, meine Eltern haben mich streng katholisch erzogen. Sie schimpfen immer, wenn ich fluche. Mein schmutziges Mundwerk ist wohl noch ein Überbleibsel meiner wilden Jugend. Alte Gewohnheiten legt man eben nur schwer ab. Ich habe deshalb oft ein schlechtes Gewissen. Typisch katholisch: Ständig fühlst du dich wegen irgendwas schuldig – als würdest du permanent in einem Beichtstuhl sitzen!“ (Lacht.)

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